ARCHÄOLOGISCHER PARK BREITE FIRST

Seit Ende der 1960er Jahre ist bekannt, dass auf der Breiten First über Schlüchtern-Ramholz neben der bereits bekannten noch eine zweite Vorgängeranlage der Burg Steckelberg im Gelände nachweisbar ist. Getan hat sich nichts. Erst aufgeschreckt durch die unlängst bekannt gewordenen Pläne eines Ramholzer Waldbesitzers, den Bergrücken mit gigantischen Windrädern zu spicken, haben Fachleute das Areal genauer in Augenschein genommen. Dabei konnten bisher zehn mittelalterliche bzw. frühneuzeitliche Landwehren identifiziert werden, z.T. von erheblicher Ausdehnung und auf jeden Fall schützenswert. Inwiefern an deren Durchlässen befestigte Schanzen bzw. Wehrtürme noch im Gelände nachweisbar sind, ist zu vermuten, bedarf aber weiterer Untersuchung.

Dornspore

Dornspore von der Breiten First

Bei den jüngsten Begehungen wurde neben mittelalterlichen Ackerterrassen sowie dem Pflaster eines mittelalterlichen Weges auch eine Dornspore aus ca. dem 11. Jh. oberflächennahe gefunden. Dieser Zufallsfund zeigt, wie dringend eine umfängliche Grabungskampagne auf der Breiten First wäre. Die „ungeheure Funddichte“ dort, von der einer der Fachleute sprach, lässt für die Zukunft eher an einen „Archäologischen Park Buchonia Breite First“ denn einen „Windpark Buchchonia“ denken, zumal – die eigentliche Sensation – noch ein dritter Vorgängerbau der Burg Steckelberg gefunden wurde. Angesichts der Bedeutung der Breiten First und ihrer Umgebung für die Geschichte des »Buchenlandes« Buchonia sind hier weitere Explorationen dringend anzumahnen, zumal die Fachleute jetzt den möglichen Zeithorizont nicht mehr auf das 7./8. Jh. begrenzen wollen, sondern offen lassen, ob nicht auch noch Zeugnisse aus viel früherer Zeit zu finden wären.

Da der Ramholzer Waldbesitzer – bei Baudenkmälern mit Hilfe des Steuerzahlers durchaus auf Erhalt  bedacht – mit Bodendenkmälern alles andere als sorgfältig umgeht (Verschüttung historischer Grenzsteine beim Wegebau; das Landesdenkmalamt blieb hier trotz Meldung untätig), muss an die Verantwortlichen appelliert werden, umgehend kulturgutschützerisch tätig zu werden, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden. Hier müssen fast fünfzig versäumte Jahre aufgearbeitet werden.

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